Hochzeitszeremonie in der Türkei – Teil 1

In der Türkei wird eine Hochzeit als großes Fest, welches drei Tage und Nächte andauert, gefeiert.

Tradition und Brauchtum haben diese Feier mit festgelegten Ritualen versehen, die vor allem in ländlichen Regionen genauestens eingehalten werden.

Der Ablauf solcher Hochzeitsfeiern ist damit bis ins Detail geplant und vorgeschrieben.

Der erste Schritt: der Bewilligungsbesuch

Bevor eine Heirat stattfindet, lernen sich die Familien der zukünftigen Ehepartner ausführlich kennen. Bei Kaffee und Gebäck kommen sich die Familien Schritt für Schritt näher.

Zu Anfang wird allerdings die Hochzeit der Kinder nicht erwähnt. Erst nach mehreren Treffen werden die Heiratspläne angesprochen, die Zukunft der Kinder wird diskutiert.

Läuft alles positiv, gibt der Brautvater nach mehreren Treffen seine Einwilligung und seinen Segen zu dieser Hochzeit. Anschließend muss der Bräutigam schwören die Braut als Partnerin für das gesamte Leben zu nehmen.

Die Verlobung

Die anschließend stattfindende Verlobungsfeier wird von der Familie der Braut finanziert und wird entweder im Haus der Braut oder aber in angemieteten Festsälen zelebriert.

Der Bräutigam überreicht der Familie der Braut Geschenke, welche meist textiler Natur sind. Während der Verlobungsfeier erhalten Braut und Bräutigam ihren Verlobungsring, die Familien feiern miteinander bei gutem Essen und Trinken bzw. süßem Gebäck und köstlichen Kuchen.

Die von der Familie des Bräutigams mitgebrachten Verlobungsringe – mit einem roten Seidentuch verbunden – werden den zukünftigen Eheleuten angesteckt und anschließend feierlich durchschnitten.

Das Vorhaben, einander auf Lebenszeiten zu heiraten, ist damit offiziell besiegelt. Das Anstecken des Ringes ist dabei ein wichtiger Moment.

Diese Aufgabe wird allerdings nicht vom Bräutigam, sondern von einem älteren Verwandten der Braut übernommen. Die zur Verlobung geladenen Gäste überreichen dem Brautpaar während der Feier  Geschenke und Aufmerksamkeiten – oder stecken Geld an die Kleidungsstücke des baldigen Ehepaares.

Wie lange eine Verlobung anhält, bevor die eigentliche Trauung stattfindet, wird nach alter Tradition von den Familien bestimmt.

Die Wochen vor der Hochzeit

Ist die Verlobung offiziell, rückt der Hochzeitstermin näher.

Nun gilt es für die Braut ihre Aussteuer zu vervollständigen und diese in eine schmucke und schöne Holztruhe zu legen. Aufgrund der langen Tradition und der kulturellen Bedeutung dieser Holztruhen sind diese aufwendig verziert.

Die Aussteuer selbst wird dann in das Haus gebracht, in welchem das Ehepaar sein zukünftiges Leben verbringen wird.

Zuvor allerdings wird die Aussteuer noch von Familie, Verwandtschaft und Freunden bestaunt.

Des weiteren legt man nach der Verlobungsfeier einen Termin für die Hochzeit fest. Je nach Gegend, ob Stadt oder Land, kann die Hochzeit zwischen ein bis drei und drei bis sieben Tagen dauern.

Steht der Termin fest, startet ein groß angelegter Hochzeitseinkauf mit der Braut. Das Kleid für die Henna-Nacht, das Brautkleid und für die Hochzeit notwendige Dinge werden dabei erstanden.

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